Georg-Elser Gedenkfeier am 9. April 2010

Fahrt vom Georg-Elser-Platz zu den Georg-Elser-Zellen im ehemaligen KZ Dachau
anlässlich des 65. Todestages von Georg Elser.



Georg Elser Portrait von Alfons Ostermeier (2009)

Elser Portrait von Alfons Ostermeier (2009)


Autobus Oberbayern hatte sich von der Georg-Elser-Initiative zu einem vernünftigen Angebot erweichen lassen, das dann noch das Münchner Kulturreferat übernahm.
Der hohe, helle Bus war bis auf einen Platz besetzt, Hella Schlumberger erzählte über den Kampf um die Benennung des Platzes bis er 1997 auf Elsers Namen getauft wurde, über das Ins-Leben-Rufen des Georg-Elser-Preises als Wanderpreis 2001 und über das - auch von der Georg-Elser-Initiative initiierte – Elser-Denkmal und die Geschichte von Ausschreibung, Wettbewerb und Jury-Entscheidung, die letztlich zu einem 25 m² großen, runden, Neonobjekt geführt hatte, das einmal am Tag rot aufleuchtet und das Datum des Attentats, den „8. November 1939“ trägt.

Zeitgenössisch“ sollte es sein, das Elser-Denkmal, das dann auch lieber als „Denkzeichen“ betitelt wird, obwohl die Initiative den großen, alten, österreichischen Bildhauer Alfred Hrdlicka dazu bewegt hatte, sich mit einem Schüler bereitzuerklären, ein Elser-Denkmal für München zu schaffen. Es wäre sein letztes Werk gewesen. Aber nein, München lässt sich in seinem Wettbewerb nicht hineinreden, obwohl Geld für ein (dann doch nicht verwirklichtes) „Denkmal für Demokratie“ da gewesen wäre. Also forderte die Georg-Elser-Initiative ihre 5000 EUR Anschubfinanzierung zurück, was nach einigem surrealen Hin- und Her dann auch gelang.

 - Programm -

Lili Schlumberger-Dogu, Hellas Kusine, machte die spezielle Führung zum Kommandantur-Bunker, wo die „Sonderhäftlinge“ gefangen waren. Elser aber wie schon die Jahre zuvor im KZ-Sachsenhausen, wurde in vollständiger Isolation gehalten. Man nannte ihn den „Zitherspieler“, weil die süßlichen Wienerlieder, die er auf seienr selbstgebauten Zither spielte, so tragisch mit der Realität kontrastierten. Lili führte zum Krematoriumsareal, wo Georg Elser am 9. April 1945 – auf Weisung von „ganz oben“ zwischen 10 und 11 nachts erschossen und gleich darauf in blutigen Kleidern verbrannt worden war.

Die Gedenkstunde begann mit Orgel (Pfarrer Lorenz) und Gesang (Juliane Gredmaier) in der evangelischen Versöhnungskirche auf dem ehemaligen KZ-Gelände und setzte sich im Pfarrsaal mit Reden (Pfarrer Lorenz, Prof. Mödl vom Priesterseminar Georgianum in München und theologischer Berater der Passionsspiele in Oberammergau, Hella Schlumberger und Petra Finsterle von den „Linken“ und Club Voltaire), Musik und Gesang von Sepp Raith fort. (Die Reden werden in der in nächster Zeit erscheinenden Broschüre nachzulesen sein).

Nach Essen, Trinken, Diskussionen im „Kochwirt“ im Herzen Dachaus zurück nach München zum Georg-Elser-Platz, wo auf das Aufleuchten der Neoninstallation an der Westfassade der Türkenschule gewartet und angestoßen wurde: „Georg, wir sind stolz auf Dich“.

(Die Presse hatte, wie eigentlich immer, auch was die vier Veranstaltungen der „Georg-Elser-Reihe 2009“ betraf, nicht berichtet)

Unterstützt vom Autobus Oberbayern und dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München

Georg-Elser-Initiative Hella Schlumberger

Einladung als PDF-Dokument zum Download

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