Home Georg-Elser-Reihe 2009
Sonntag, 8. November, 19 Uhr

Georg-Elser-Preisverleihung
an Beate Klarsfeld

Laudator: Günter Wallraff

Alter Rathaussaal
Eintritt frei


In diesem Saal hatte die Nazi-Führung am 9. November 1938 - während Elser den Bürgerbräu inspizierte – die Kristallnacht beschlossen und damit den Beginn der brutalen
Judenverfolgung eingeleitet. Hier hat Goebbels seine Hassrede gehalten. Heute wird hier der Georg-Elser-Preis an Beate Klarsfeld verliehen, der konsequenten Nazijägerin.

Günter Wallraff wird die Laudatio halten. Der Preis wurde für Menschen ins Leben gerufen, die, wie Elser, „schon früh erkannt haben, wohin die Reise geht und sich mit aller Kraft einem herrschenden, zynischen, zerstörerischen Trend entgegengestellt haben. Für Menschen, die ihrem Gewissen folgend, stellvertretend für die schweigende Mehrheit Verantwortung übernehmen, ja, ihre Existenz aufs Spiel setzen, um als recht Erkanntes gegen offizielles Recht durchzusetzen. Menschen, die zeigen, dass es möglich, ja nötig ist, gegen den Strom zu schwimmen, sich auf die Seite der Schwachen, Benachteiligten und Unterdrückten zu stellen und etwas zu TUN“ (aus dem Statut des Georg-Elser-Preises).

Beate Klarsfeld hat ihr Leben lang etwas getan und wird doch gerne auf die Ohrfeige reduziert, die sie dem damaligen Kanzler Kiesinger, einem Nazi, 1968 verpasste.

Nicht Rache, Gerechtigkeit“ ist ihr Motto. Wie Simon Wiesenthal hat sie gemeinsam mit ihrem Mann Serge alte Nazis aufgestöbert und sie der Justiz ausgeliefert. Sie erhielt in Frankreich und Israel verschiedene Preise für ihr Lebenswerk - nur nicht in Deutschland, dem Land der Täter, die sich nur ungern den Spiegel vorhalten lassen.





Aus den Parteien, nicht für sie, werden Statements abgeben:

Klaus Hahnzog (SPD), Jurist und früherer Münchner Bürgermeister

Marian Offmann (CSU), Hausverwalter und im Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde;

Sigi Benker (Die Grünen), Sozialpädagoge und Fraktionschef der Grünen im Stadtrat;

Petra Finsterle (DIE LINKE) Gymnastiklehrerin und Initiatorin Club Voltaire München.


Barbara Distel Historikerin und ehemalige Chefin der Gedenkstätte des KZ Dachau sowie Herausgeberin der „Dachauer Hefte“ spricht über Georg Elser in Dachau.


Günter Wallraff, der zu seinen entlarvenden Rollenspielen zurückgekehrt ist (Callcenter, Nachtbäckerei, Obdachlosigkeit) wird heute zum ersten Mal in die Rolle des Laudators schlüpfen, nicht um Mißstände anzuprangern, sondern um einen Menschen, eine Frau, Beate Klarsfeld zu würdigen, die wie er beherzt Mißstände aufdeckt, um sie abzuschaffen.

Sieben Punkte der Münchner
zum Georg-Elser-Preis
(PDF-Format)
Brief von Dr. Gesine Lötzsch an Hella Schlumberger wegen Beate Klarsfeld und Georg-Elser-Preis vom 14.03.2012
Home
Impressum